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Pressemitteilung vom 09.10.2017
6 TeilnehmerInnen - 6 Medaillen!


Foto (v.l.n.r.) oben: Master Dr. Zibby Kruk (Generalsekretär ITF-HQ-Korea), Florian Bauer, Veronica Y.P. Wardhani, Yasin Cankurt, unten: Jenny, Nima Fard-Khojasteh, Ramasan Blalov und Freundin Isabea
Weltmeisterschaft und World-Cup 2017 in den Niederlanden - Taekwon-Do-Gruppe der Universität Kassel wieder erfolgreich!

Mit 6 Medaillen (3 x Silber, 3 x Bronze) aus den verschiedenen Kategorien und Gewichtsklassen im Gepäck kamen sie müde, aber glücklich aus den Niederlanden zurück, die 6 Taekwon-Doin (so nennt man die KampfsportlerInnen der koreanischen Kampfkunst Taekwon-Do) der TKD-Gruppe der Uni Kassel.
Vom 28.09. - 29.09. und vom 30.09. - 01.10.2017 fanden in der Großsporthalle in Barneveld auf 8 Kampfflächen die offene Weltmeisterschaft und der Welt-Cup der ITF-HQ-Korea (International Taekwon-Do Federation Headquarters Korea) statt. Bei der WM können nur Dan-Träger (Schwarzgurt-Träger) und beim Welt-Cup die Kup-Graduierten (Farbgurt-Träger) starten. Vier Kategorien standen zur Auswahl:
  • Tul (Formenlauf mit genau festgelegten Bewegungsabläufen) als Einzel oder Team im Ausscheidungsverfahren;
  • Matsogi (Sparring mit Hand- und Fußsafeties, Kopf- und Tiefschutz, um mit Faust und Fuß jeweils, um in 2x2min. möglichst viele Trefferpunkte zu erzielen). Ebenfalls als Einzel und Teamwettbewerb im Ausscheidungsverfahren;
  • Kyokpa (Bruchtest, als Power-, oder Sprungvariante)
  • Banchayu-Matsogi (einstudierte Kampfchoreografie zweier TKDin in schneller Bewegungsabfolge)
Die Kasseler nahmen ausschließlich an den meistbelegten Kategorien des Tul-Laufens und des Sparrings teil. Und das sehr erfolgreich, wie sich zeigen sollte:
Nima Fard-Khojasteh (4.Dan) schied zwar bei den sehr hart geführten Sparring-Wettkämpfen bereits im 1. Durchgang am 1.Tag aus, konnte sich dadurch aber unverletzt auf den bereits erkämpften Einzug in die Halbfinals im Tul-Laufen am kommenden Tag konzentrieren. Hier überzeugte er mit sauber ausgeführten, sehr starken und schön anzuschauenden Arm- und Beintechniken. Durch einen Verwechslungsfehler bei einer der vorgegebenen Pflicht-Tuls blieb ihm leider der Weg ins Finale versperrt. Er musste sich mit dem 3. Platz im Tul-Laufen der Herren (4.Dan, 18-35 J.) begnügen, konnte sich aber auch über die Bronzemedaille freuen.
Wer hätte bei der Anreise gedacht, dass die Debütantin der WM-Gruppe, Veronica Y.P. Wardhani (1.Dan, 18-35 J.) gegen die international erfahrene Konkurrenz herausragen könnte? Erst vor wenigen Monaten legte sie ihre Prüfung zum begehrten Schwarzgurt ab, und zeigte nun schon auf der Kampffläche ihre Stärken im Tul-Laufen. Mit enormer Nervenstärke und kraftvollen, fehlerfreien Ausführungen überzeugte sie die 5 Kampfrichter immer wieder und bahnte sich so am ersten Tag ihren Weg durch die Wettkämpfe bis zum Einzug ins Finale am Freitag! Erst hier konnte eine körperlich stärkere Gegnerin aus der Slovakei ihren Siegeszug stoppen. Mit Silber wurden ihre beeindruckenden Darbietungen bei den Damen (1.Dan, 18-35 J.) belohnt! Ein echter Überraschungserfolg!
Yasin Cankurt (1.Dan) konzentrierte sich bei der Vorbereitung auf die WM ausschließlich auf die Sparrings-Wettkämpfe. In seiner Gewichtsklasse bis 92 kg (18-35 J.) schied er jedoch unglücklich kurz vor dem Halbfinale gegen einen Gegner aus den Niederlanden aus. Dieser zeigte sich während des Kampfes auffallend unbeeindruckt von Cankurts harten Kicks. Eine mögliche Erklärung hierfür deckte der Folgetag auf. Dieser Teilnehmer wurde nach einem Kampf disqualifiziert, als sich herausstellte, dass er unter seinem Dobok (TKD-Anzug) einen Körperprotektor trug. Eine Revision der Vortagsergebnisse konnte nicht leider stattfinden, da hierfür das Tragen des Protektors nicht im Nachhinein nachgewiesen werden konnte. So blieb allein Yasin Cankurt die eigene Medaillen-Freude verwehrt.
Auch der Trainer der Uni-Gruppe (6.Dan) zeigte sich beim Tul-Laufen in der Kategorie der über 35-jährigen hochgraduierten Herren (5.+6. Dan) nervenstark und technikversiert und setzte sich im Halbfinale gegen den Australier Gary King durch. Ein kleiner Schritt-Fehler am Ende der 2. Pflicht-Tul kostete ihm gegen einen Argentinier im Finale leider den Gesamtsieg. Er durfte die mittlere Stufe des Sieger-Treppchens besteigen und holte sich dort die 2. Silbermedaille der Uni-Gruppe ab. Auch im 2. Taekwon-Do-Event, dem Welt-Cup der Farbgurte, taten Ramasan Blalov (3.Kup) und Florian Bauer (6.Kup) von der TKD-Gruppe alles, damit der Medaillen-Segen für die Gruppe nicht endete.
Florian Bauer war ebenfalls Debütant, der sich aber sehr schnell von der turbulenten Turnier-Welt des TKD-Kampfsportes assimilieren, und von den hervorragenden Leistungen der anderen TKDoin nicht abschrecken ließ. Dies war bei insgesamt 2700 Teilnehmern aus aller Welt nicht immer leicht. Vor den Augen der Oberen des Weltverbandes und den kritischen Blicken der Kampfrichter und Konkurrenten zeigte Florian Bauer seine bisher beste Performance beim Tul-Laufen der Herren (7.-6.Kup, 18-35 J.) und musste sich erst im Halbfinale gegen den letztlichen Sieger (Belgien) in dieser Kategorie geschlagen geben. Die Bronze-Medaille und der Nickname „Chuck Florris“ ehrten seine Leistungen.
Überragend in Form war Ramasan Blalov (3.Kup), der sich sowohl auf Sparring-(4.-1. Kup, 18-35 J.) über 86 kg, als auch auf die Tul-Wettkämpfe (3.-1. Kup, 18-35 J.) intensiv vorbereitet hatte. Die Teilnahme an beiden Disziplinen ist nicht ungefährlich, da die Halbfinals/Finals des Tul-Wettbewerbs oft im zeitlichen Abstand nach den Tul-Vorkämpfen stattfinden. Zwischen denen sind dann häufig die Sparring-Wettkämpfe angesiedelt, die allerdings oft verletzungsträchtig sind. Hat man sich für die Tul-Halbfinals/Finals qualifiziert, und verletzt sich dann bei einem der zwischenzeitlichen Sparring-Kämpfe, kann dies folgenschwere Beeinträchtigungen für die kommenden Tul-Läufe, bis hin zur Nichtteilnahme, haben. Ramasan Blalov konnte seine Konkurrenten auf den Wettkampfflächen jedoch durch seine souveräne Wettkampfstärke und sein Können in beiden Disziplinen bis jeweils ins Halbfinale kontrollieren. Erst hier bezwang ihn im Sparring ein stärkerer Gegner. Unverletzt sicherte er sich die Bronzemedaille.
Im Tul-Laufen konnte ihm auch im Halbfinale der Gegner aus Russland nicht den Rang ablaufen. Ramasan Blalov war einfach überragend - er stand nun im Finale! Wie schon zuvor bei Veronica Wardhani und auch seinem Trainer ging es nun um den Titel. Würde er das Fünkchen Glück haben, das so oft auch mit dazu gehört, und das den anderen Beiden verwehrt blieb? Blalov, von dem Kasseler Team angefeuert, zeigte Kraft, Balance, Rhythmus und präzise Technikdarbietung und sammelte damit bei den Kamprichtern eine hohe Punktzahl … aber auch bei ihm war sie gegen den Mitkonkurrenten aus Argentinien nicht hoch genug. Auch ihm blieb bei diesem World-Cup das Gold verwehrt.
Aber … Silber glänzt auch schön! Und die Freude darüber war bei ihm und seinem Team groß, holte er damit schließlich die 6. Medaille und trug damit deutlich zum 7. Platz in der Nationen-Gesamtwertung bei!
Ein voller Erfolg für die TeilnehmerInnen des Allgemeinen Hochschulsportes der Uni Kassel bei der Weltmeisterschaft und dem Welt-Cup 2017 in den Niederlanden!!! Wir gratulieren herzlich!!!
Die nächste Taekwon-Do-Weltmeisterschaft und der nächste Welt-Cup der ITF-HQ-Korea finden 2019 im Heimatland des Taekwon-Do, in Südkorea, in deren Hauptstadt Seoul statt!!!
Aber zuvor macht sich das Team, mit einigen neuen Debütanten der Uni-TKD-Gruppe, bereits am 07.10.2107 auf zur Mitteldeutschen Meisterschaft nach Bad Arolsen. Nima Fard-Khojasteh wird das Team durch das Turnier begleiten und coachen. Die Hoffnung auf Pokale ist gerechtfertigt! Wir werden sehen und berichten. Viel Erfolg und Spaß!

PS: Nima Fard-Khojasteh (4. Dan und ‚International Instructor‘ der ITF-HQ-Korea) wird ab dem Wintersemester 2017/18 das Wettkampftraining für Taekwon-Do und Martial Arts, immer dienstags von 19.30-20.45 Uhr im Gymnasikraum der Auehallen, anbieten. Ein Angebot für alle interessierten Anfänger und auch Fortgeschrittene!

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